Christuskirche soll Diakonisches Zentrum werden

Reutlingen. Ein Diakonisches Zentrum mit verschiedenen Angeboten in und um die Christuskirche soll die Zukunft der architektonisch und historisch bedeutsamen Kirche in der Tübinger Vorstadt sichern. Lange Zeit war ungewiss, wie sich die Christuskirche so erhalten lässt, dass Gebäude und Gelände gut genutzt sind und die laufenden Kosten bezahlbar für die Gesamtkirchengemeinde bleiben, die ihre Gebäudekosten weiter reduzieren muss.  

Seit 2016 hat eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Oberkirchenrates und des Diakonischen Werks Ideen zusammengetragen und geprüft, was im Kirchengebäude und auf dem Gelände darum herum möglich ist. In ihr sind der Kirchenbezirk, die Gesamtkirchengemeinde und die Kirchengemeinde Reutlingen West-Betzingen, der Diakonieverband und die BruderhausDiakonie vertreten, außerdem das Büro „citiplan“ aus Pfullingen. Letzteres war verantwortlich für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie, die zu einer positiven Beurteilung des Projekts kam. Dieser Einschätzung haben sich auch die kirchlichen Gremien angeschlossen.

Geplant ist der Umbau der Christuskirche und der Neubau zweier zusätzlicher Gebäude. Kirchenraum inklusive Chorraum mit den Fresken von Walter Kohler bleiben erhalten für Gemeindearbeit, Konzerte und Vesperkirche. Vermutlich wird auch ein Café für den Stadtteil eingerichtet. Im Westteil der Kirche, dem jetzigen Gemeindesaal und der Empore, sollen Räume für den Diakonieverband geschaffen werden. 
In den neu entstehenden Gebäuden sind weitere Räume für den Diakonieverband, für die Diakoniestation und für zwei Wohngemeinschaften der BruderhausDiakonie vorgesehen. Zusätzliche Wohnungen sollen vor allem Menschen zugutekommen, die sonst in Reutlingen kaum Chancen auf bezahlbaren Wohnraum haben.

Zur Zeit laufen Abstimmungen mit dem Denkmalamt über die geplanten Baumaßnahmen in der Kirche und mit der Stadt über den genauen Standort der zusätzlichen Gebäude. Im April findet eine nicht öffentliche Informationsveranstaltung für Anwohner der Tübinger Vorstadt und für Gemeindeglieder statt. Im Frühsommer soll das Vorhaben der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dass es bis zum tatsächlichen Baubeginn noch einige Jahre dauern wird, gehört bei einem solchen Projekt dazu.

Text: Christoph Zügel und Dr. Joachim Rückle