Kirchenmusik im Evangelischen Kirchenbezirk Reutlingen

Klaviertastatur und ein Notenblatt
 

In jedem Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gibt es das Amt des Bezirkskantors. Im Dekanat Reutlingen gibt es wegen der Größe sogar zwei. Das Bezirkskantorat berät, vermittelt und unterstützt gerne bei Fragen, die im Zusammenhang mit der Kirchenmusik in den Bezirksgemeinden entstehen. Das betrifft Orgelbau und -instandhaltung genauso wie Anregungen zum Repertoire der Chöre, Ideen zu einer sinnvollen Stimmbildung, Chorleitungsunterricht und Orgelspiel. Neben der Fachberatung ist auch die Aus- und Forbildung der nebenberuflich tätigen Chorleiterinnen und Chorleiter sowie Organistinnen und Organisten Aufgabe unserer Bezirkskantoren. Die Bezirkskantoren wirken zudem öffentlich im weiten Feld der Kultur und der Bildung und prägen das (kirchen)musikalische Leben.

 
 
 

Konzerte in der Marienkirche Reutlingen

Orgel für Kinder

Zu einem Orgelkonzert und einer Orgelführung für Kinder (und ihre Eltern/ Großeltern) lädt Marienkirchenkantor Torsten Wille am Samstag, 25. Januar um 11 Uhr auf die Empore der Marienkirche ein. Die Gesamtdauer beträgt 60 Minuten, der Eintritt ist frei.

Stunde der Kirchenmusik mit Kinderchor

Am Sonntag, dem 2. Februar findet um 18 Uhr in der Marienkirche eine Stunde der Kirchenmusik mit den Kinder- und Jugendchören statt. Auf dem Programm stehen europäische Chorwerke des 20. und 21. Jahrhunderts für gleiche und gemischte Stimmen, wie der Psalm 150 des britischen Komponisten Colin Mawby und „The Joiku“ des finnischen Jazzpianisten und Komponisten Jukka Linkola. Die Leitung hat Michaela Frind. Liturgie: Sabine Großhennig

„Die Abenteuer des Prinzen Achmed“

Begleitet von einer Live-Improvisation an der Orgel durch Torsten Wille ist am Freitag, dem 7.2. um 19 Uhr der Scherenschnittfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ von Lotte Reiniger (D, 1926) zu erleben- eine fantastische Geschichte aus „1001 Nacht“, zugleich der älteste erhaltene abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte. Lotte Reiniger (1899-1981), eine der bedeutendsten Pioniere des Trickfilms, wuchs in Berlin auf und war schon als Kind fasziniert vom chinesischen Silhouettenpuppenspiel. Als Jugendliche entdeckte sie ihre Begeisterung für den Film, knüpfte Kontakte zur Potsdamer Filmszene und konnte bereits 1919 mit selbstgebautem Equipment ihren ersten Trickfilm drehen. 1921 heiratete sie den Regisseur Carl Koch, der bei vielen Ihrer Produktionen mitwirkte. Die Scherenschnitttechnik brachte Lotte Reininger zu einzigartiger Perfektion. Ihre Trickfilme sind zunächst am Expressionismus des damaligen deutschen Films orientiert, nehmen später aber auch Anleihen bei Jugendstil und Romantik. Lotte Reiniger verbrachte ihren Lebensabend in Dettenhausen, wo sie auch beerdigt ist. Seit 2016 ist ihr dort ein Gedenkstein gewidmet.

Stunde der Kirchenmusik mit Blockflöten

Am Sonntag, dem 15. März, 18 Uhr gestaltet das Blockflötenensemble eine Stunde der Kirchenmusik. Eine mittelalterliche Estampie, Blockflötenkonzerte von Georg Philipp Telemann, John Baston und Johann David Heinichen, dazu humorvolle moderne Kompositionen von Agnes Dorwarth werden von Mitgliedern des Blockflötenensembles solistisch oder in kleiner Besetzung vorgetragen. Zum Teil werden die jungen Musikerinnen dabei von Streichern des Reutlinger Kammerorchester und Eberhard Becker an der Truhenorgel begleitet. Das große Ensemble unter der Leitung von Katja Riedel umrahmt das Konzert. (Liturgie: Sabine Großhennig)

Kantatengottesdienst

Im Kantatengottesdienst am Sonntag, dem 22. März, 10 Uhr erklingt die Kantate BWV 182 „Himmelskönig, sei willkommen“ von Johann Sebastian Bach mit Vokalsolisten, Kantorei und Collegium musicum der Marienkirche unter der Leitung von Torsten Wille, Predigt: Sabine Großhennig.
J. S. Bach, seit 1708 als Organist und Kammermusiker am Weimarer Hof beschäftigt, wurde 1714 zum Konzertmeister befördert. Die neue Aufgabe beinhaltete auch die Verpflichtung, alle vier Wochen eine eigene Kantate im Hofgottesdienst aufzuführen. Die Kantate BWV 182, uraufgeführt am 25. März 1714 in Weimar, war die erste, mit der er sich in seinem neuen Amt vorstellte.  Die Besetzung mit nur einer Geige, aber zwei Bratschen und einer großen Blockflötenpartie hat viele Rätsel aufgegeben: Wollte er sich als Sologeiger vorstellen oder (und?) als Flötist? Auf jeden Fall ist sie eine seiner bedeutendsten Kantaten, die er auch in Leipzig mehrmals wiederaufführte.
Inhaltlich wird der Einzug Jesu in Jerusalem als Einzug Jesu in die Herzen der Menschen gedeutet. Wer wie Jesus auch im Leiden nach dem Willen Gottes lebt, wird ins Himmelreich kommen.
Musikalisch markiert die Kantate einen Umbruch: Äußerlich noch an den norddeutschen Kirchenkantaten angelehnt, zeigen sich schon die Einflüsse der italienischen Barockmusik mit ausgeprägten konzertierenden Teilen.

Neue Stimmen für die Orgel

Die große Rieger-Orgel der Marienkirche ist ein Instrument, auf das wir stolz sein können. Aber sie ist nun auch in die Jahre gekommen. 1988 erbaut hat sie in zahllosen Gottesdiensten und Konzerten ihre Qualität bewiesen. „Altersgemäß“ muss die Orgel nun gereinigt und die beweglichen Teile gewartet werden. Auch die Elektronik muss, um künftige Ausfälle zu verhindern, auf den neuesten Stand gebracht werden. Diese umfangreichen Arbeiten zur Erhaltung der Qualität eines der bedeutendsten Instrumente der Region werden nach einer Schätzung des Orgelsachverständigen und der von der Gesamtkirchengemeinde berufenen Orgelkommission rund 140 000 Euro kosten.
Im Rahmen der Erhaltungsmaßnahmen wollen wir die Orgel nach Möglichkeit auch modernisieren und erweitern.  Dadurch würde sie neue Stimmen bekommen und noch vielseitiger werden: mehr Farben im leisen Bereich, individuelle Solo-Register, mehr Farben im Pedal (Bass) und Schlagwerk. Renommierte Orgelbaufirmen werden dazu Ideen entwickeln und Angebote vorlegen, die dann zunächst in der Orgelkommission beraten, aber auch der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.
Nähere Informationen über die große Rieger-Orgel der Marienkirche geben die Homepage www.marienorgel-reutlingen.de und  der erste „Orgelbrief“, die die Fundraising-Gruppe der Neuen Marienkirchengemeinde zusammengestellt haben. Der Orgelbrief liegt in der Marienkirche aus. Sie können ihn auch beim Kantoratssekretariat (Bjoern.Viering@elk-wue.de, Tel. 3124-61) anfordern.
Herzlichen Dank für die ersten Spenden in Höhe von rund 5 000 Euro sowie der Bürgerstiftung Reutlingen, die Ende des vergangenen Jahres einen Betrag von 4000 Euro für die Marienorgel zur Verfügung gestellt hat! Sie helfen dabei mit, dass auch die nächste Generation dieses großartige Instrument mit Freude hören, spielen und erkunden kann!
IBAN DE65 6405 0000 0000 0048 48, Evang. Gesamtkirchengemeinde, Stichwort: Orgel Marienkirche