Verwaltungsleiter Herbert Märkle geht in Ruhestand

Herbert Märkle

Der Leiter des Reutlinger Verwaltungszentrums der Evangelischen Kirche, Herbert Märkle, geht in Ruhestand. Die offizielle Verabschiedung findet am kommenden Donnerstag (18. Juli) statt. Als Kirchenpfleger der Gesamtkirchengemeinde Reutlingen, Leiter der landeskirchlichen Verwaltungsstelle und Kirchenbezirksrechner für den Kirchenbezirk Reutlingen hatte Märkle seit 1992 drei Ämter inne, die formal immer noch getrennt, in der Praxis aber in seiner Amtszeit zusammengewachsen sind.

Dass es sich bei den etwas altertümlich klingenden Bezeichnungen nicht nur um kirchliche Titel handelt, sondern dahinter bis Ende 2003 auch verschiedene Verwaltungseinheiten mit je eigenem Mitarbeiterstab standen, ist schon fast vergessen, denn das Reutlinger »Dienstleistungszentrum Verwaltung« ist eine Einheit geworden. »Wir mussten allerdings gegen Widerstände aus dem Oberkirchenrat in Stuttgart ankämpfen«, erinnert sich Märkle an die ersten Bemühungen zur Zusammenlegung am Beginn des neuen Jahrhunderts. Mittlerweile ist das Reutlinger Modell eines Dienstleistungszentrums auch an anderen Orten in der Landeskirche übernommen worden.
Herbert Märkle, ausgebildeter Diplom-Verwaltungswirt (FH) und 13 Jahre lang im Reutlinger Rathaus unter anderem mit Liegenschaften und Organisationsfragen befasst, hatte mit der baulichen Erneuerung des Matthäus-Alber-Hauses die Chance gesehen, nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich das Zusammenwachsen der Verwaltung in die Tat umzusetzen.
Die Immobilien-Konzeption der Reutlinger Gesamtkirchengemeinde hat aber nicht nur diesen Schritt ermöglicht, sondern laut Märkle vor allem Fortschritte im Blick auf die finanzielle Zukunftssicherung gebracht. Und es ging nicht nur um alte Gebäude und neue Verwaltungsstrukturen in jenen Jahren. Weitere Aufgaben kamen hinzu. Die Diakoniestation Reutlingen wurde 2001, der Kreis-Diakonieverband zum 1.1.2002 gegründet. Die Kindergartenarbeit wurde neu strukturiert, das Evangelische Kreisbildungswerk und das Haus der Familie schlossen sich zusammen. 2007 kamen noch die Kirchenbezirke Bad Urach und Münsingen mit ihren Verwaltungsstellen und Kirchenbezirksverwaltungen hinzu. Das alles hatte Auswirkungen für das gesamte Personal.
»Neben dem laufenden Geschäft haben die Mitarbeitenden alle diese Veränderungen mit getragen, dafür möchte ich ihnen ausdrücklich danken«, sagt Märkle, der für 29 Leute Personalverantwortung trug. »Auch die Zusammenarbeit mit den Dekanen und den gewählten Vorsitzenden war sehr gut«, lobt Märkle das Arbeiten bei der Kirche.
Herbert Märkle selbst stammt aus Rommelsbach, wo er in der kirchlichen Jugendarbeit groß geworden ist und das örtliche Jugendwerk mit gegründet hat. Auch in den Kirchengemeinderat wurde er mit Anfang 30 gewählt. Aufgrund seiner hauptamtlichen Aufgaben in der kirchlichen Verwaltung hat er sich dann aus diesen Ehrenämtern zurückgezogen. Und was macht Herbert Märkle jetzt im Ruhestand? »Seine klare Antwort: »Familie, Haus, Garten und Baumwiesen warten, dass ich mehr Zeit für sie habe – und auch für mich.«