12.01.20

Rat der Religionen Reutlingen

Der Gesamtkirchengemeinderat Reutlingen fasste in seiner Herbstsitzung den einstimmigen Beschluss, einen Rat der Religionen Reutlingen mitzubegründen. Dazu wurde Diakon Frieder Leube, der die Gesamtkirchengemeinde zusammen mit Pfarrerin Daniela Reich im Rat der Religionen vertreten wird, befragt:

Herr Leube, wozu braucht es den Rat der Religionen Reutlingen?

Leube: Es gibt immer wieder Fragen, die das Zusammenleben von Christen, Muslimen und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde betreffen. Die Stadt Reutlingen hat ein Interesse, für diese Fragen einen kompetenten Ansprechpartner zu haben.

Wie kam es überhaupt dazu?

Leube: Vor 1½ Jahren lud der Gesprächskreis Religionen ein zu einem Treffen, bei dem sich über 30 Vertreter aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, dem Sozialministerium, der Stiftung Weltethos, der Stadtverwaltung und der Parteien austauschten. Am Ende waren sich alle einig, dass Reutlingen einen Rat der Religionen braucht.

Wer kann Mitglied im Rat der Religionen werden?

Leube: Es wurde gemeinsam eine Satzung erarbeitet, in der die Mitgliedschaft klar geregelt ist. Mitglied werden kann, wer sich zum Grundgesetz bekennt und sich beispielsweise zu gegenseitiger Kooperation und Gewaltfreiheit verpflichtet. Wünschenswert ist natürlich, dass möglichst viele Reutlinger Religionsgemeinschaften dabei sind.

Wann wird der Rat der Religionen ins Leben gerufen?

Leube: Die Gründungsfeier findet am Donnerstag, 6. Februar um 19 Uhr im Spitalhof am Reutlinger Markplatz statt. Alle Interssierten sind herzlich dazu eingeladen. Den Festvortrag hält der Friedensforscher Dr. Markus Weingardt von der Stiftung Weltethos. Sein Thema ist „Die Friedensfähigkeit der Religionen“. Oberbürgermeister Thomas Keck spricht ein Grußwort für die Stadt Reutlingen. Dr. Max Bernlochner vom Ministerium für Soziales und Integratation des Landes Baden-Württemberg und Lena Zoller von der Stiftung Weltethos werden ebenfalls Grüße überbringen. Und dann wird die Satzung feierlich von den zehn Gründungsmitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern unterzeichnet. Es wird ein besonderer, denkwürdiger Abend werden - für die beteiligten Religionsgemeinschaften, aber auch für die Stadt Reutlingen. (dr)