30.03.20

Erstmals digitaler Beschluss des Haushalts

Im Kalender notiertes Treffend

Reutlingen – Erstmals in seiner Geschichte hat der Rat der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Reutlingen eine Entscheidung digital im Umlaufverfahren getroffen. Da aufgrund der Corona-Krise alle Zusammenkünfte abgesagt sind, konnten dessen 87 Mitglieder aus sieben Kirchengemeinden nicht zu ihrer geplanten März-Sitzung zusammenkommen. Weil der »Plan für die kirchliche Arbeit«, der Haushalt für 2020, aber noch nicht beschlossen war, dieser aber Grundlage für das Handeln im laufenden Jahr ist, musste dringend ein Beschluss her. Der wurde jetzt per E-Mail im Umlaufverfahren gefällt: 86 Mitglieder des Gremiums stimmten für den vorgelegten Plan, es gab lediglich eine Enthaltung.
Der Ordentliche Haushalt hat ein Volumen von 12,3 Millionen Euro. Den größten Anteil an den Ausgaben haben die Personalkosten mit rund 53 Prozent. Dazu gehört das Personal in den Kindergärten, der Diakoniestation und der Jugendarbeit. Auch die Gemeindesekretärinnen, Hausmeister und Kirchenmusiker sind bei der Gesamtkirchengemeinde angestellt. Das evangelische Stadtjugendwerk erhält außerdem eine pauschale Zuweisung, ebenso die Erwachsenenbildung / Haus der Familie und die Citykirche.

Für die Flüchtlingsberatung erhält der Diakonieverband weiterhin einen Zuschuss, ebenso für das Projekt »Haus der Begegnung« im Hohbuch. Die Kindergartenarbeit schlägt, trotz Elternbeiträgen und Zuschüssen, mit rund einer halben Million Euro zu Buche. Seit 1. Januar hat die Gesamtkirchengemeinde Reutlingen auch die Trägerschaft der evangelischen Kindergärten in Unterhausen-Honau und Altenburg übernommen.

Nach wie vor wert und teuer ist der Gesamtkirchengemeinde der Erhalt der Marienkirche, des Reutlinger Wahrzeichens. Sie ist bei den Bauprojekten in diesem wie im kommenden Jahr die Nummer eins: zusammen sind 1,3 Millionen Euro Baukosten für die beiden Jahre veranschlagt.

Da die Zahl der Kirchenmitglieder in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde jährlich um mehr als 500 Menschen zurückgeht, sind die Einnahmen durch Kirchensteuer-Zuweisungen nicht so gestiegen wie die allgemeine Steuerentwicklung, lediglich 90 000 Euro mehr stehen zur Verfügung, eine Sonderzuweisung der Landeskirche fällt mit 77 000 Euro rund 40 000 Euro niedriger aus als im Vorjahr. Trotzdem kommt der Haushalt, wie im kirchlichen Bereich üblich, ohne dauerhafte Schulden aus.

Der »Plan für die kirchliche Arbeit 2020« wird nach der Genehmigung durch den Kirchenbezirksausschuss im April auch auf der Webseite des Kirchenbezirks unter www.kirchenbezirk-reutlingen.de einsehbar sein.

Autor: Jürgen Simon