28.03.20

Reutlinger Tafel - neue Angebote

Reutlingen - Die Reutlinger Tafel reagiert mit neuen Angeboten auf die Corona-Pandemie. Vor allem zum Schutz der überwiegend älteren ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen hat die Tafel Reutlingen seit Mitte März geschlossen. Da die aktuelle Situation für viele der Tafelkund*innen sehr schwierig ist, arbeiten die Verantwortlichen im Diakonieverband intensiv an angepassten Angeboten. Ziel ist es, dass Tafelkund*innen, die unter der aktuellen Situation in besonderer Weise leiden, wieder mit günstigen Lebensmitteln zu Tafelpreisen versorgt werden.

Die beiden zentralen Maßnahmen sind die Etablierung eines Lieferservices für ältere Tafelkund*innen Ü 60 (ab 31.3.) sowie die Etablierung einer stark vereinfachten Einkaufsmöglichkeit für jüngere Tafelkund*innen (ab 3.4.). Sie sind ausführlich beschrieben auf der Website des Diakonieverbandes Reutlingen (www.diakonie-reutlingen.de).

Die beiden Leiterinnen der Tafel, Gisela Braun und Karin Schenk, haben gemeinsam mit Pfarrer Dr. Joachim Rückle, dem Geschäftsführer des Diakonieverbandes Reutlingen, das Konzept entwickelt. Bei der Umsetzung beteiligen sich als wichtige Partner foodsharing Reutlingen und die Drei Musketiere Reutlingen e.V.. Außerdem gibt es Unterstützung durch die Firma BWR-security. Eine weitere Zusammenarbeit gibt es mit der AWO und den Beratungsangeboten des Diakonieverbandes. Weitere Kooperationen werden folgen.

Die Verantwortlichen denken bereits über weitere Angebote etwa für Obdachlose oder für Geflüchtete nach. Dies ist aber abhängig von der weiteren Entwicklung und den entsprechenden Kapazitäten bei der Ware und dem Zeiteinsatz der Freiwilligen.

Interessierte Freiwillige können sich mit einer Mail bei der Tafel (rt-tafel@diakonie-reutlingen.de) melden. Es gibt aber bereits viele Anfragen. Da der Lieferservice vermutlich über mehrere Monate benötigt wird, sind Freiwillige gefragt, die auch über einen längeren Zeitraum wöchentlich vier bis acht Stunden mithelfen könnten.

Den Verantwortlichen ist es sehr wichtig, die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Es wird mit Handschuhen und Mundschutz gearbeitet und auf ausreichend Abstand geachtet. Freiwillige über 65 Jahren, Personen mit Erkältungssymptomen oder Kontakten mit Corona-Infizierten werden nicht eingesetzt. Freiwillige erhalten einen Ausweis. Wesentliche Informationen für Freiwillige finden sich ab nächster Woche auf der Tafelhomepage (www.reutlinger-tafel.de).

Den Lieferservice sollen auch Personen nutzen können, die keinen Tafelausweis besitzen, aber einen besitzen könnten. Dazu darf das eigene Einkommen bis zu 30 % über dem Sozialhilfesatz liegen. Kundenkarten, die seit Anfang 2019 abgelaufen sind, werden anerkannt. Verlängerungen und Neuausstellungen sind erst wieder möglich, wenn sich die Lage normalisiert hat.

Die anderen Tafeln des Diakonieverbands in Metzingen, Bad Urach und Münsingen reagieren ebenfalls auf die Coronakrise. In Metzingen und Bad Urach ist geplant, Einkaufsgutscheine über die Diakonischen Bezirksstellen zu verteilen. In Münsingen soll es eine Ausgabestelle auf dem Marktplatz geben.

Die Tafeln und die angeschlossenen Kleiderläden haben aktuell keine Einnahmen, dafür aber laufende Kosten. Die jetzt geplanten Hilfsaktionen kosten zusätzlich Geld. „Wir danken allen sehr, die uns mit ihrer Zeit und mit ihren ganz unterschiedlichen Spenden unterstützen.", betont deshalb Dr. Joachim Rückle. Für die Reutlinger Aktivitäten können ab sofort Spenden unter dem Stichwort „Tafel-RT Corona“ auf das Konto des Diakonieverbandes Reutlingen DE90 6405 0000 0000 259411 überwiesen werden. Spenden für die anderen Tafeln bitte entsprechend kennzeichnen, z.B. „Tafel-Metzingen Corona“.

(Text: Pressemitteilung Diakonieverband Reutlingen)